Thiago und Rafinha

Wer Thiago Alcántara ist, muss man nach den Ereignissen der letzten Tage niemandem mehr erzählen. Thiago hat einen kleinen Bruder namens Rafinha, der beim FC Barcelona unter Vertrag steht und kürzlich an Celta Vigo ausgeliehen wurde, wo in den 90ern bereits Mazinho, der Vater der beiden, aktiv war.

Vielleicht auch aufgrund dieser Verkettungen wurde vor einigen Tagen ein Video öffentlich, dass die beiden Brüder anno 1996 im Alter von drei bzw. fünf Jahren im leeren Estadio Balaidos, dem Stadion von Celta Vigo, beim unbeschwerten Kicken auf dem Platz zeigt.

Unbeschwert beschreibt das Geschehene nicht ganz passend, vor allem aus Sicht des Rafinha. Der erkämpft sich gegen den älteren Bruder zwar immer wieder tapfer den Ball, bekommt dann aber dessen schon damals sehr robuste Zweikampfführung zu spüren, die oftmals, und den Vorwurf muss sich Thiago siebzehn Jahre danach gefallen lassen, dann doch ins Unsportliche abdriftet.

Eigentlich mmer wenn sein Bruder am Ball ist, setzt Thiago dem Ballbesitz per Blutgrätsche oder sonstigen regelwidrigen Mitteln ein jähes Ende. Fast schon perfide wird es, als Thiago den Ball ein paar Mal in die Luft hebt, um seinen Bruder anzulocken, nur um ihm dann einen Tritt zwischen die Beine zu verpassen. Am Anfang macht Rafinha das Spielchen ja noch mit und macht gute Miene zum bösen Spiel, als Thiago ihn dann zum Abschluss durch Nachtreten zu einem Sturz per unfreiwilligem Handstandüberschlag zwingt (4:23), ist aber Schluss mit lustig und Rafinha sucht Trost bei der Mama, die an der Seitenlinie steht. Also liebe Mittelfeld-Konkurrenten des Thiago beim FC Bayern, wenn der beim Aufwärmen ganz unauffälig den Ball kerzengerade in eurer Nähe in die Luft schlägt, lieber mal schnell das Weite suchen, ist ein alter Trick.

Ich hatte eigentlich vor, nur kurz in das über sechs Minuten lange Video reinzuschauen, konnte dann aber nicht aufhören und sah mir das Eins-gegen-Eins doch komplett an, und zwar nicht nur aufgrund der witzigen gegenseitigen Grätschattacken, sondern weil es interessant zu sehen ist, welch hervorragende Technik die zwei jetzigen Profis schon als Kleinkinder besaßen.

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