Sport Bild Watch

Ja ja, Sport Bild. Wir zwei kennen uns gut. Als Kind führte meine Faszination mit Fußball dazu, dass ich sie mir jeden Mittwoch kaufte. Sport Bild war mir damals so wichtig, dass ich ein eigenes Ritual hatte: Einmal komplett durchblättern, die Bilder ansehen und einen Eindruck von den aktuellen Themen bekommen, dann erst anfangen zu lesen. Ich sammelte die Zeitschrift sogar, und irgendwann lagen so viele Exemplare in meinem Schrank, dass der Platz für Kleidung eng wurde. Alle Bemühungen meiner Mutter, das viele Papier endlich entsorgen zu dürfen, wehrte ich lange ab.

Vermutlich ist ja mein damaliges Alter auch das geeignetste, um Sport Bild genießen zu können. Wenn man sich noch eher wenig Gedanken beim Lesen macht, wenn man unterhalten werden will, auf bunte Seiten und große Bilder steht. Mit der Zeit ließ sich das Denken beim Lesen aber nicht mehr komplett ausschalten, und so wurde mir immer mehr bewusst, wie berechnend, manipulierend und unehrlich Sport Bild arbeitet.

So kam es irgendwann zur Reihe „Sport Bild Watch“. In der befasste ich mich jede Woche mit der neuen Ausgabe der Zeitschrift, ging auf einzelne Artikel ein und versuchte darzustellen, mit welchen Mitteln in der Sport Bild getrickst und gepfuscht wird. Das machte Spaß, doch nach einiger Zeit musste ich damit aufhören. Denn eines Tages standen dunkle Gestalten vor meiner Tür und forderten mich auf, es zur eigenen Sicherheit zu unterlassen irgendwann wurde es neben der Uni leider doch zu zeitaufwendig. Wer die damaligen Artikel im Internet sucht, wird sie nicht finden, da ich aufgrund eigener Nachlässigkeit die Domainrechte für die damalige Seite und damit auch ihre Daten verlor.

Das alles ist nun schon einige Jahre her, danach gingen Sport Bild und ich uns lange aus dem Weg. Diese Woche strahlte sie mich dann beim Vorübergehen an einem Kiosk an, und ich griff spontan zu. Vor allem aus Neugier: Ist Sport Bild in der Zwischenzeit vielleicht etwas zur Vernunft gekommen? Hat sie sich in all den Jahren gemäßigt, oder poltert und hetzt und verdreht sie Tatsachen wie damals?

Der Blick in die aktuelle Ausgabe und ihre Artikel lieferte ernüchternde Antworten, also entschied ich mich, sie ein weiteres Mal aufzuschreiben. Dass die Veröffentlichung des Textes nun genau in die Zeit fällt, in der die Bild zusammen mit der Bundesliga im Zentrum hitziger Diskussionen steht, ist eigentlich eher Zufall. Aber vielleicht auch ganz passend, denn es kann nie schaden, sich nochmal zu erinnern, warum Bild (und Sport Bild) den Ruf genießt, den sie verdient.

Nach der längsten Einleitung ever, kann es nun ja losgehen.

Die Dilettanten

Das erste große Thema im Heft sind die Schiedsrichter der Bundesliga. „Schiris immer schlechter?“, schreit einen die über zwei Seiten gehende Überschrift in schwarzen Buchstaben an, gleich darunter ist von einer „Zunahme der Schiedsrichter-Patzer“ die Rede. Ob es eine solche Zunahme tatsächlich gibt, wird im Artikel selbst aber nicht etwa statistisch belegt, geschweige denn angesprochen. Im Zentrum steht allein die Fehlentscheidung von Knut Kircher, der im Spiel zwischen dem FC Bayern und dem FC Augsburg einen unberechtigten Elfmeter gab. Zunächst kommen die benachteiligten Augsburger zu Wort, dann wird die ewig diskutierte Frage um die Notwendigkeit des Videobeweises erörtert. Aber was ist mit der Frage in der Überschrift? Werden die Unparteiischen wirklich immer schlechter? Ob Kirchers Fehlentscheidung ein Einzelfall ist oder einen derzeitigen Trend bestätigt, bleibt unbeantwortet. Stattdessen gibt es neben dem Artikel einen bissigen Kommentar des „Chefreporters“.

Der fordert: „Schiri-Patzer müssen teuer werden“. Sein Argument: „Wer auf Top-Niveau keine Top-Leistung bringt, wird bestraft!“ Die bisherige Maßnahme des DFB, Schiedsrichter nach groben Fehlern kurzzeitig in unteren Ligen einzusetzen, ist dem Herrn Chefreporter nicht drastisch genug. Er bezeichnet es als „eine kurze Psycho-Schutzsperre für dilettierende Schiris“, also eine Lösung für Weicheier. Viel härter ist da schon seine Idee: Wenn schon eine Versetzung, dann mindestens für vier Wochen, denn dies sei eine Maßnahme, die „angesichts einer Einsatzprämie von 3800 Euro pro Bundesliga-Spiel wehtut“. Wer einen Fehler macht, dem muss man also wehtun – Erziehungsmaßnahme a lá Sport Bild. Don’t try this at home, parents.

Die Aktion

Wenig überraschend wird schon früh im Heft die viel diskutierte Aktion erwähnt, bei der Bundesligavereine am kommenden Wochenende auf dem Trikotärmel das „Wir helfen“-Logo der Bild-Zeitung tragen sollen. „Die Liga spielt für Flüchtlinge“, heißt es im Titel des Artikels. Wie spielt man für Flüchtlinge? So: „Am Wochenende werben alle Vereine für die Hilfs-Aktion“, außerdem werden die Vereine die Trikots versteigern und den Erlös der Flüchtlingshilfe spenden. Was genau die „Hilfs-Aktion“ der Bild darstellt, das erfährt man hier nicht.

Dafür wird aber sehr deutlich, wie und durch wessen Gütigkeit sie es auf die Bundesliga-Ärmel schaffen konnte. Die angesprochene Werbefläche auf dem Trikot werde üblicherweise vom Paketdienst Hermes beansprucht, dieser habe aber netterweise angeboten, sie für diesen guten Zweck freizugeben. Und das ist so nett, dass Sport Bild sich für die Geste dann doch wenigstens etwas revanchieren will und Hermes als gutmütigen Schirmherrn in den Mittelpunkt rückt. Schon über dem Titel steht der Werbeslogan-ähnliche Aufmacher „Hermes macht’s möglich“. Außerdem ist auf einem mitten im Artikel platzierten Foto der nett lächelnde Hermes-Vorstand zu sehen, der gemeinsam mit DFL-Geschäftsführer Christian Seifert „die Aktion für den guten Zweck“ umsetze.

Das Erlebnis

Dass die Sport Bild gut zu ihren Partnern ist, bestätigt sich nicht nur bei der Sache mit Hermes und dem Gutmütigkeitslogo, sondern auch auf späteren Seiten. Da trifft man unter anderem auf einen Artikel, der in der unverdächtig betitelten Kategorie „Aktion Fußball“ untergebracht ist. Im Text kommen die glücklichen Gewinner zu Wort, die dank Sport Bild und MAN bei der Bundesliga-Partie zwischen Bayern und Augsburg live im Stadion dabei sein konnten.

Das Ganze kommt wie ein gewöhnlicher Artikel her, bei näherem Hinsehen wird aber doch deutlich, dass dem Leser unbedingt eingetrichtert werden soll, wer den Fans dieses tolle Erlebnis möglich machte. Die Fahrt zum Stadion habe stilecht im „MANschaftsbus“ stattgefunden, „den sonst nur die Stars selbst betreten dürfen.“ Eine Ehre, die schon fast historische Züge trägt, da sie „zum ersten Mal in der Geschichte der MAN-Fahrten Augsburg-Fans zuteilwurde“. Es bleibt nur zu hoffen, dass den Anwesenden die Tragweite ihres Gewinns bewusst war, so ein „MAN-Erlebnis“ ist schließlich nicht jedem vergönnt.

Und wie die folgende Aussage eines namentlich genannten Gewinners zeigt, wussten alle Teilnehmer ganz genau, bei wem sie sich für das Abenteuer zu bedanken hatten: „Zum Glück stattet MAN jetzt auch den FCA mit Bussen aus“, habe der Mann „lachend“ gesagt. „Denn sonst wären wir bei diesem tollen Ereignis gar nicht dabei.“

Die Besessenen

Kommen wir zur Titelgeschichte, die da heißt: „DAS DUELL – Pep gegen Tuchel, Duell der Besessenen“. Typisch für Sport-Bild-Aufmacher findet sich in der Überschrift ein Wort, das Fragen aufwirft, zum Lesen animiert, neugierig machen soll – nämlich die Bezeichnung der zwei Übungsleiter als „Besessene“. Es erscheint auch im Heftinnern noch einmal und thront über dem Artikel, in roter, dicker Schrift.

Und wie dann die angebliche Besessenheit von Bayern-Trainer Pep Guardiola und seinem Dortmunder Kollegen Thomas Tuchel auf den Punkt gebracht wird, ist unschlagbar: Wie Sport Bild weiß, trafen sie sich während Tuchels Sabbatjahr zwei Mal in einem Münchner Edelrestaurant, und wie angeregt sie dabei über taktische Fragen debattiert hätten, das sei ein klarer und endgültiger Beweis. Man beachte die trockene Schlussfolgerung: Pep und Tuchel „führten im Edel-Lokal ‚Schumann’s‘ eine Taktik-Debatte, verschoben dabei Salz- und Pfefferstreuer auf dem Tisch wie ihre Profis auf dem Platz – sie sind besessen.“ Kein Zweifel, das sind sie! Holt schnell den Exorzisten.

Auch der Rest des Artikels ist eine Lehrstunde zu dem Thema, wie Sport Bild schreiend normale Vorgänge für ihre Interpretation nutzt und verdreht. Tuchel kommt dabei etwas besser weg. Der neue Trainer überwache zwar genau wie Guardiola die Ernährung seiner Spieler, ohne dabei aber ein „Kontrollfreak“ zu sein und den Spielern Eigenverantwortung zu entziehen – „ganz im Gegensatz zu Guardiola“. Tuchels Spieler danken es ihm, und als Ilkay Gündogan zitiert wird, kommt es zu einem weiteren Highlight. Der Spieler wird nämlich vor seiner Aussage so angekündigt: „Gündogan, der nur noch Wasser trinkt, sagt…“ An dieser Stelle wäre eine weitere Aussage von Mats Hummels vielleicht ganz interessant gewesen, der ja Gerüchten zufolge nur noch Essen isst.

Tuchel wird jedenfalls als innovativer Trainer vorgestellt, der mit den richtigen Maßnahmen punktet. Dass sich gegen Ende des Artikels aber das Sätzchen „Bisher gibt Tuchel der Erfolg recht“ findet, kann sicher auch als Vorwarnung seitens Sport Bild verstanden werden. Vor Guardiola muss man sich nach der Lektüre des Artikels derweil fast schon fürchten. Denn der ist ja nicht nur ein wahnhafter Salz-und-Pfeffer-Hinundherschieber, es kommt noch schlimmer. Pep sei nämlich „in seiner dritten Saison vielleicht noch besessener als zuvor“. So habe Crazy Pep vor dem Spiel in Hoffenheim seine Spieler eine Stunde lang mit einer Theorie-Einheit „gefoltert“. Bei der Wortwahl kann man sich das nur so vorstellen:

Götze (schluchzend): Es reicht Trainer, bitte hören Sie endlich auf! Ich verspreche, ich werde nie mehr in die falschen Räume laufen!
Guardiola (mit Teufelsgabel zur Taktiktafel deutend): Hahahahaha, jetzt geht es erst los!

Besessenheit, Folterei, gibt es sonst noch etwas, was man Guardiola an den Kopf werfen könnte? Gibt es. Denn dass er Spieler wie Schweinsteiger, Mandzukic oder einst Ibrahimovic in Barcelona ziehen ließ – oder „rasierte“, wie es Sport Bild nennt – lässt nur eine Erkenntnis zu: „Wenn es um den Erfolg geht, ist Pep ein eiskalter Killer.“ Also mich hat Sport Bild so weit. Ich möchte Herrn Guardiola nicht mehr alleine auf der Straße begegnen jetzt.

Der Ärger

Die derzeitige sportliche Lage des FC Augsburg wird auch behandelt, wenn auch nicht ganz so ausführlich wie die Vorzüge ihres MANnschaftsbusses (Verdammt!). „Baier wehrt sich gegen Fan-Pfiffe“, heißt es in der Überschrift, versehen mit der Zugabe: „Es gibt Ärger auf und neben dem Platz“. Beim Durchlesen des Artikels entpuppen sich beide Titel als irreführend.

Der „Ärger auf dem Platz“ steht für nichts anderes als für die eher durchwachsenen Ergebnisse in den letzten Wochen, da die Augsburger in vier Spielen nur einen Punkt holten. Auch der „Ärger neben dem Platz“ ist herbeifabuliert. Er setzt sich laut Sport Bild zusammen aus der Anzeige eines Fußballers gegen den Augsburger Trainer Markus Weinzierl, die mit Verein und Mannschaft überhaupt nichts zu tun hat, und aus einem Facebook-Eintrag einer enttäuschten Spielerfrau, die sich mehr Einsatzzeit für ihren Liebsten wünscht.

Wehrt sich denn wenigstens Kapitän Daniel Baier wie angekündigt gegen die Fan-Pfiffe? Tut er nicht, vielmehr zeigt er schon im ersten Satz dafür Verständnis: „Jeder Zuschauer im Stadion kann manchen, was er will.“ Er erwähnt danach zwar, dass die Pfiffe zur Verunsicherung der Mannschaft beitragen, mit der angedeuteten Konfrontation mit den eigenen Anhängern hat das aber wenig gemein.

Die Abrechnung

In einem Interview mit Anthony Modeste, dem Stürmer des FC Köln, schwärmt dieser von seinem neuen Trainer Peter Stöger, der „seine Mannschaft liebt und auf jeden Spieler eingeht“. Aus seiner Sicht stärke das nicht nur die Motivation der Spieler, sondern helfe auch dabei, das Maximum abzurufen, und bevor sich Modeste in noch mehr harmlosen Lobhudeleien verlieren kann, geht der kampferprobte Sport-Bild-Journalist mit einem suggestiven Einschub dazwischen: „Anders als in Hoffenheim…“ Diese vier Worte kann man getrost übersetzen mit: „Genug geschwärmt, jetzt liefer endlich eine Schlagzeile.“

Modeste fällt auf den Trick herein und nimmt den Themawechsel auf. Er erklärt, dass „eine gegenseitige Vertrauensbasis sehr wichtig ist“ und dass es für ihn „kein guter Zustand“ gewesen sei, in Hoffenheim mal 70 Minuten zu spielen und dann mal gar nicht. Und schon hat der Fragende genau die Aussage, die er wollte. Denn nun kann er das Interview wie folgt ankündigen: „Der neue FC-Star traf auch bei der 2:6-Pleite in Frankfurt. Er rechnet mit Hoffenheim ab und schwärmt vom Trainer.“

Das Problem

Marc-Andre ter Stegen wird seitens Sport Bild in einer großen Überschrift vorhergesagt, dass er sich „bei Barca neu beweisen“ müsse. Nachdem der deutsche Keeper zum ersten Mal in der Liga das Tor hüten durfte, wolle er seinen Platz nun sichern. „Doch in Barcelona gibt es Probleme“, heißt es dann, noch bevor der Artikel losgeht. Dann liest man und liest und wird dabei über ter Stegens derzeitige Lage informiert, doch die Probleme finden sich nirgends.

Wo sind sie hin? Das Einzige im Text, das sich auch nur ansatzweise mit der Ankündigung des Artikels in Einklang bringen ließe, ist diese Feststellung: Da Barca mit Xavi, Pedro oder Montoya einige Abgänge zu verzeichnen habe und Neuzugänge bis zur Winterpause noch nicht einsetzen dürfe, „könnten von der Bank die Alternativen fehlen“. Das Problem ist wohl also, dass möglicherweise irgendwann einmal ein Problem entstehen könnte. Haben wir so gesehen nicht alle ein Problem?

Die Klausel

Und dann kommen wir zu diesem Chaos, das als Artikel durchgehen soll und „Die irre Park-Klausel“ heißt. Hier passt überhaupt nichts zusammen. Fangen wir von vorne an. Es geht um den Spieler Joo-Ho Park, der bis vor kurzem noch bei Mainz 05 spielte. Dieser hatte in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt, ohne dass er etwas dafür konnte. Weil in seiner südkoreanischen Heimat der zweijährige Militärdienst bis zum 30. Lebensalter verpflichtend ist, lief er seit Jahren Gefahr, seine Karriere in Europa in den Sand setzen zu müssen.

Doch Park konnte den Militärdienst umgehen und wechselte inzwischen für eine stattliche Ablöse nach Dortmund. Wie hat er das geschafft? Sport Bild hat die Antwort: Es liege an einer „Geheimklausel“, die der „clevere Mainzer Manager“ Christian Heidel in Parks Vertrag eingebaut habe. Den Inhalt der Klausel beschreibt Sport Bild so: „Gewinnt Südkorea die Asian Games, muss Park nicht zum Militär“.

Das wirft natürlich einige Fragen auf. Wie kann Heidel kurzerhand eine Bedingung dafür bestimmen, wann und ob Park zum Militär muss? Warum sollte sich der Staat Südkorea an eine Klausel halten, die zwischen einem Bundesligisten und seinem Spieler vereinbart wurde? Es klingt nach typischer Sport-Bild-Taktik: Beim flüchtigen Lesen klingt das alles schön und spannend, wenn man es aber auch nur kurz hinterfragt, ergibt es keinen Sinn.

Um Licht in das Dunkel des Artikels zu bringen, rief ich kurzerhand bei der Pressestelle von Mainz 05 an. Das Telefonat brachte dann auch Klarheit, nur wollte der Gesprächspartner seine Äußerungen später nicht zitiert sehen, da er nicht als „Verbündeter der Kritik an der Sport Bild“ dargestellt werden wolle. Kein Problem, auch eine einfache Google-Recherche bringt die Lösung. Die einzige Sonder-Abmachung, die zwischen Mainz und Park bestand, war eine Option des Vereins, den Vertrag zu verlängern, sollte es dem Spieler gelingen, den Militärdienst zu umgehen.

Dies schaffte er dann auch. Denn in Südkorea gibt es eine Art Ausnahmeregelung für Sportler, die internationale Erfolge für ihr Land einfahren und dafür vom Wehrdienst befreit werden. Park war dabei, als Südkorea im November 2014 die Asian Games gewann, und war damit die Militärpflicht auf einen Schlag los. Fragt sich nur noch, wie Sport Bild darauf kommt, dass Heidel die Behörden Südkoreas mit einer magischen Vertragsklausel dazu gebracht haben soll, den Spieler nicht einzuberufen. Schon der Gedanke ist eigentlich völlig absurd.

Was hier wohl geschehen ist: Sport Bild hat zwei Informationen – nämlich die Mainzer Vertragsoption und die südkoreanische Ausnahmemöglichkeit – die für sich allein eher mittelmäßig spannend sind, einfach zu einer megaspannenden Erfindung zusammengemixt. Heraus kam dabei eine im wahrsten Sinne des Wortes „irre Geheimklausel“, denn es hat sie nie gegeben.

20 Gedanken zu „Sport Bild Watch“

  1. Selbst Schuld. Solch Springer-Erzeugnisse kauft und liest man nicht.
    Ich hab‘ in meinem ganzen Leben viel gelesen, auch reichlich viel gedruckte Journaille; noch nie aber habe ich eine Blödzeitung oder ein anderes Produkt aus diesem Verlag in die Hand genommen, geschweige denn gekauft oder gelesen.. Bin jetzt 70.

  2. Ist bekannt, wie der „Chefreporter“ der Sport Bild seine Mitarbeiter für Fehler bestraft? Er scheint von Bestrafung als erzieherischem Mittel ja sehr überzeugt zu sein! Hoffentlich hat er keine Kinder, zumindest nicht auf Top-Niveau oder mit Top-Leistungen. Obwohl die von ihm und seinem Umfeld zweifelsohne zu erwarten sind.

  3. Vielen Dank dafür.
    Hab Sport Bild Watch damals immer mit Freude gelesen und auch der heutige Eintrag, brachte mich wieder zum schmunzeln.

  4. vielleicht sollte man darüber nachdenken, die von SportBILD geforderten Maßstäbe bei SportBILD selbst anzulegen. Wer auf journalistischem Top-Niveau keine Top-Leistungen bringt wird mit 4-wöchigem Erscheinungsverbot belegt.
    Wäre doch mal eine geeignete Maßnahme, die Märchenerzähler aus dem Hause Springer auf das ihnen zustehende geeignete Niveau zu stutzen.

  5. Jetzt bin ich aber schon neugierig… wie war denn die URL der alten „Sport Bild Watch“ Seite? Vielleicht sind ja einige der alten Beiträge über web.archive.org noch zu bergen?

  6. @KDM: Es ist ja nicht so, dass ich sie gelesen habe, um mich über die aktuelle Geschehnisse zu informieren, sondern um zu sehen, ob die Zeitschrift immer noch so vorgeht wie früher. Man sollte ja immer darüber Bescheid wissen, was man ablehnt.

    @Holger: Der Chefreporter bringt tatsächlich immer und überall Top-Leistung. An einer weiteren Stelle in der Ausgabe haut er z.B. dieses literarisch-anspruchsvolle Gleichnis raus: „Die Bundesliga ohne Derbys wäre reizlos wie ein Playmate im Schneeanzug“.

    @Le Tissier: Vielen Dank :-)

    @Schmidt123: Aber dann müssten wir ja auf die Chefreports vom Chefreporter verzichten. Das wär ja auch irgendwie blöd.

    @Ignaz, Fabian und CH: Ihr seid meine Helden! Ich danke euch wirklich sehr. Den Tipp mit archive.org hatte ich schon mal bekommen, muss mich bei der Bedienung aber irgendwie zu dumm angestellt haben.

    Mag jetzt übertrieben klingen, aber ich war eben ganz schön gerührt, als ich all die alten Sachen wiedergesehen habe. Ich fand das immer traurig, dass all die Arbeit von damals auf einmal verschwunden war, umso mehr freue ich mich jetzt. Jetzt schaue ich mal, wie ich das alles auf meinen Laptop bekomme und sichern kann.

    Danke und liebe Grüße

  7. Da hilft nur Copy&Paste. Am besten im Visual-Editor einfügen, dann sind zumindest die Links noch da. Das Datum müsste dann manuell angepasst werden. Bei den Kommentaren und Embeds bin ich nicht so optimistisch, dass das machbar ist. Aber vielleicht lesen hier ja hilfreiche WordPress-Zauberer mit, die irgendeinen Screenscraping-Wahnsinn kennen, mit dem das geht?

  8. Hallo SIDAN,

    wenn du die Webseite haben möchtest, gibt es da noch 2 möglichkeiten die besser sind als einfach copy & paste.

    Wenn du firefox benutzt, gucke dir mal das add-on „ScrapBook“ an. Ob es bei archiv.og so gut klappt wie anderen Webseiten, weiß ich allerdings nicht. (Wenn du in den Einstellungen die „Tiefe“ richtig einstellst, hast du mit einen klick alle Seiten)
    => https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/scrapbook/

    Zum anderen gibt es da noch ein richtiges Programm, mit dem man auch ganze Seiten inklusive aller Unterseiten kopieren kann (wenn man die richtigen Einstellungen wählt).

    => https://www.httrack.com/
    oder mit Anleitung
    => http://www.chip.de/downloads/WinHTTrack_13008895.html

    Mit freundlichen Grüßen,

    Fabian

  9. Ahoi, schön, dass man hier wieder regelmäßig Fußball-Content zu lesen bekommt! Guter Artikel, aber bitte künftig nicht jede Woche Gehirnschmalz auf die Sport-Bild verschwenden! Und ja, wenn es möglich wäre, die alten Sachen wieder zu lesen, wäre das super!

    Dazu noch ein Feature-Request: Falls machbar, wäre es super, wenn Du irgendwie die Artikel mit themenspezifischen Tags, Kategorien o.ä. versehen könntest. Unsere Musikgeschmäcker sind offenbar doch recht verschieden. 😉

    Schließlich: Ter Stegen hat (bzw.: ist) zurzeit tatsächlich ein Problem…

    Bis bald!

    1. Bern, altes Haus, welcome back! Jede Woche werd ich wohl eher nicht dazukommen, keine Sorge. Kann aber schon sein, dass ich mich mal wieder damit beschäftige, vielleicht ja immer alle Ausgaben eines Monats zusammengemixt.

      Deinen Vorschlag mit der thematischen Kennzeichnung kann ich gerne umsetzen. Hatte auch schon gedacht, die Hip-Hop-Sachen auf eine eigene Domain zu schieben, aber hab entschieden, dass ich mich jetzt erst mal ne Weile als Alles-Mögliche-Blogger durchschlage.

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