Rot in Tucumán

Wenn ein Platzverweis aus der vierten Liga in Argentinien um die Welt geht, muss etwas Ungewöhnliches passiert sein.

Dass sich bei Fußballspielen ab und an mal ein Tier auf das Spielfeld verirrt, ist nichts Neues. Normalerweise läuft das dann so ab, dass der Hund/die Katze/der Fuchs für einen Moment die ganze Aufmerksamkeit hat, das Spiel kurz unterbrochen wird, alle Kameras auf das umherrennende Tier halten, die Zuschauer entzückt sind und die Spieler schmunzelnd die Verschnaufpause nutzen.

Auch bei der Partie zwischen San Juan und Belle Vista in der argentinischen Provinz Tucumán lief ein Hund auf das Feld, doch was dann folgte, war kein kurzer Moment der Erheiterung wie sonst. Stattdessen führte der Tierbesuch zu einem Platzverweis, Protesten der Zuschauer und einem Massengerangel zwischen beiden Mannschaften. Jose Jimenez von Belle Vista fühlte sich nämlich seltsamerweise so gestört vom Vierbeiner, dass er ihn kurzerhand am Genick packte, in Richtung Seitenlinie lief, weit ausholte und dann versuchte, den Hund über den Zaun hinweg in die Zuschauerränge zu schleudern.

Der Hunde prallte am Zaun ab und konnte zum Glück unverletzt davonlaufen, für Jimenez gab es die Rote Karte. Ich weiß zwar nicht genau, wie man einen Platzverweis in diesem Fall regeltechnisch begründen kann, bin aber trotzdem sehr mit der Entscheidung einverstanden.

2 Gedanken zu „Rot in Tucumán“

  1. Pingback: Der letzte Zehner
  2. Die Fifaregeln sagen: „Als Tätlichkeit gelten auch übertriebene Härte oder Gewalt gegen eigene Mitspieler, Zuschauer, Spieloffizielle oder sonstige Personen“. Vielleicht wird der Hund hier als sonstige Person gezählt?

    Zusätzlich gilt aber auch: „Wirft ein Spieler, Auswechselspieler oder ausgewechselter Spieler bei laufendem Spiel mit übermäßiger Härte einen Gegenstand auf einen Gegner oder eine andere Person, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und verweist den betreffenden Spieler wegen einer Tätlichkeit des Feldes“. Ich denke, dass kann man hier auch anwenden.

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