Finalgedanken

Es ist schwer, etwas zum gestrigen deutsch-deutschen Champions League-Finale zu schreiben und dabei nicht von mehreren Seiten bereits Gesagtes wiederzukauen, denn der deutsche Fußball und dessen neugewonnene Zugkraft ist zurzeit zu Recht ein globales Thema.

Ich verfolge den deutschen Fußball als neutraler Beobachter, und auch ohne Fan eines bestimmten Vereins kann und muss ich sagen, dass mich die Entwicklung der vergangenen Jahre und der aktuelle Zustand mit Stolz erfüllt. Deutscher Fußball war mal recht unsexy, nicht erfolglos zwar, aber auch nicht so ganz schön, zielorientiert und verbissen dafür, und dadurch immer wieder erfolgreich. Dafür wurde man im Ausland zwar respektiert, mancherorts sogar gefürchtet, anno 2005 wäre es aber niemandem in den Sinn gekommen, dass man von England, Spanien, Italien, von überall aus neidisch hierher schauen würde. Ich meine, wir haben Lothar Matthäus 2000 zur EM geschickt. Mit 39. Als Libero. Und jetzt flitzt ein Marco Reus – einer meiner absoluten Lieblingsfußballer – über den Wembley-Rasen, schnell und elegant am Ball, und die ganze Welt schaut dabei zu. Das Spiel war aufregend, das war es aufgrund der symbolstarken Konstellation schon lange vor Anpfiff, doch beide Seiten haben noch einmal gezeigt, warum man gemeinsam die europäische Spitze erobert hat.

Dortmund fand ich in den ersten zwanzig Minuten sehr beeindruckend, mit ihrem Pressing, Passspiel und den herausgespielten Chancen, Bayern fand zunächst überhaupt nicht rein, gegen Ende der ersten Halbzeit konnten sie dann aber etwas das Tempo rausnehmen und…ach was solls, Spielberichte gibt es wo anders. Ich ziehe jedenfalls noch einmal den Hut vor jedem Beteiligten generell bzw. stellvertretend vor Einzelnen:

„Finalgedanken“ weiterlesen

Auftakt

Hallo zusammen.

Ich bin ein junger Mann, für den Fußball schon immer eine enorm große Rolle spielt und der den Ball als engen Lebensbegleiter sieht und schätzt. Seit ich und meine Gedanken auf eigenen Beinen stehen konnten, wird dieser Sport von mir reflektiert, gespielt, beobachtet.

Dies hier ist nicht das erste Mal, dass diese Hingabe mich dazu brachte, mich dem Thema in Blogform zu widmen. Bis vor einem Jahr führte ich nämlich bereits einen Blog namens „El Fútbol“, bis ich in einer Phase, in der mir der Aufwand zu viel wurde, die Tastatur an den Nagel hängte. Schon einige Monate später wuchs der Wunsch zwar immer mehr an, wieder mit dem Schreiben über Fußball loszulegen, nur leider hatte ich inzwischen die Domainrechte an der damaligen Seite und konnte sie dadurch nicht weiterführen. Damit war leider einiges an Arbeit und Erinnerungen auf einen Schlag weg, was sehr bedauerlich war. Daher habe ich mich nun einfach dazu entschlossen, noch mal von neuem anzufangen. Vielleicht wird ja der eine oder andere, der damals schon mitlas, auch auf diese Seite hier aufmerksam werden und wieder mit dabei sein, darüber würde ich mich freuen.

Der Name „Der letzte Zehner“ leitet sich davon ab, dass ich schon immer am meisten von der Position und Funktion des Spielmachers/Regisseurs/der Schaltzentrale, eben „des Zehners“ fasziniert war, dass ich immer am liebsten den Profis zusehe, die auf dieser Position agieren, und dass ich auch selbst im Normalfall immer auf dieser Position kicke. Der Zehner, das war und ist im Idealfall der Chef einer Mannschaft, der Dreh- und Angelpunkt, der Spieler, der das gewisse Extra ausmacht und die Offensive seiner Truppe entscheidend prägt, durch Technik, Übersicht, Passspiel, Torabschluss. Maradona, Zidane, Netzer, alles Spieler, die die Zehn auf dem Rücken trugen und das Geschehen in der Hand hatten und mich seit je her am meisten beeindrucken. Da dieser Spielertyp in seiner ganz klassischen Form aber in den letzten Jahren immer seltener wird, ja oft schon als vom Aussterben bedroht betitelt wird, soll der Titel dieser Seite einfach eine Hommage an die Position des Spielmachers sein. Nach dem letzten Mohikaner, dem letzten Bullen und Luden folgt jetzt also auch der Zehner, ganz recht.

Der kommende Inhalt wird sich wie zuvor sowohl auf das fußballerische Geschehen an sich als auch auf das Drumherum in allen Variationen beziehen, ob Bundesliga oder Ausland, ob Beobachtung der Profis oder Schilderung der eigenen Erlebnisse als Amateur, ob seriös oder mit Augenzwinkern, alles ist erlaubt.

So, das war es dann erst mal. Packen wir es an.