Özil vs. Chelsea

Man muss kein Fortgeschrittener in Englischkenntnissen sein, um zu verstehen, dass die Partie Arsenal gegen Chelsea mit sehr großer Spannung erwartet wird. In jedem zweiten Satz fallen die Worte „big match“, als Gary Neville, Jamie Carragher, und ein weiterer Herr im TV-Studio stehen und sich über die kommende Spitzenbegegnung unterhalten. In der Tat ist es vor allem für Arsenal ein Aufeinandertreffen mit Signalwirkung. Nach Jahren der Titellosigkeit führte man seit dem fünften Spieltag die Tabelle an und machte durch effektive Spielweise und gute Defensive den Eindruck, als könne man tatsächlich endlich wieder ein Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden. Mit einem Sieg gegen Chelsea könnte man sich nicht nur die Tabellenspitze zurückerobern, die Liverpool zwischenzeitlich erklommen hat, man könnte auch ein für alle Mal jedem deutlich machen, dass man es in dieser Saison wirklich ernst meint. Kein Gegner wäre dafür prädestinierter als Chelsea. Der Gegner stand in der jüngeren Vergangenheit immer für all das, was man Arsenal absprach: ergebnisorientiert, nüchtern, rustikal, effektiv. Eigenschaften, die man für Titel braucht. Hinzu kommt, dass Arsene Wenger, der sich mit Jose Mourinho schon während dessen erster Amtszeit bei Chelsea immer wieder öffentliche Scharmützel lieferte, gegen Chelsea unter dessen Leitung noch nie gewonnen hat.

Vieles steht also auf dem Spiel, und vieles wird von einem alten Bekannten abhängen. Mesut Özil hat 50 Millionen Euro gekostet, und er wurde geholt, um „Özil vs. Chelsea“ weiterlesen

Friendly City

Ich habe neuerdings ein Faible für den Blick hinter die Kulissen des Sports entwickelt. Auf den Geschmack gekommen bin ich durch das Buch „The Jordan Rules“, das von einem Sportreporter geschrieben wurde, der Michael Jordan und seine Chicago Bulls während der Meistersaison 1990/1991 begleitete. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Jordan geradezu keinen Kontakt zu seinen Mitspielern außerhalb der Partien und Trainingseinheiten pflegte und dass er auf dem Weg ins Training immer unterschriebene Bälle und Tickets dabei hatte, da er immer zu schnell unterwegs war und sich so lästige Polizeibeamte vom Leib halten konnte? Solche Sachen. Wie ich sehe, komm ich vom Thema ab.

Jedenfalls bin ich vor einiger Zeit auf die Social Media-Aktivitäten von Manchester City aufmerksam geworden und muss sagen, dass der einiges kann. Wie jeder weiß, ist Manchester City wie alle anderen neureichen Vereine bei traditionell angehauchten Fußballbeobachtern nicht gerade heißgeliebt. Das wird mit ein Grund dafür sein, dass der Verein sehr bemüht ist, sich ein positives und offenes Image zu basteln, und wo bastelt man sich ein solches heutzutage? Richtig, im Internet. Das geht bei vielen Unternehmen gut, bei vielen schief (irgendwo habe ich gelesen, dass Nestlé auf kritische Facebook-Kommentare einmal wie folgt reagiert hat: „Danke für die Lektion in Sachen Manieren. Fühlen Sie sich umarmt. Aber es ist unsere Seite, wir machen die Regeln, es war immer so“, fand das ziemlich unglaublich). Bei City scheint man das Prinzip verstanden zu haben.

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Jahresrückblick (II)

Weiter geht es mit einem Rückblick darauf, was mich als Fußballfan im Jahre 2013 am meisten beschäftigte, beeindruckte, wunderte oder ärgerte. Den ersten Teil findet man hier, einen dritten wird es wohl auch noch geben.

Söldner des Jahres: Der Begriff „Söldner“ ist im Fußball überstrapaziert und wird viel zu oft von enttäuschten Fans und Traditionalisten als Totschlagthese benutzt. Es gibt aber Fälle, da kommt man an ihm einfach nicht vorbei. Zum Beispiel wenn ein Fußballer, der sich auf der Höhe seines Schaffens befindet und sich seinen nächsten Verein praktisch aussuchen kann, die Entscheidung einzig aus finanziellen Gründen trifft. So wie Falcao. „Jahresrückblick (II)“ weiterlesen