Die Türkei und ihr Fußball (1)

Es ist immer wieder seltsam, nach einer Türkei-Reise zurück nach Deutschland zu kommen. Bei mir diesmal umso mehr, da ich nach vielen Jahren das erste Mal wieder dort war. Gestern bin ich nach 19 Tagen zurückgekommen, und seitdem merke ich noch mehr als während meines dortigen Aufenthalts, wie unterschiedlich das Leben hier und das Leben dort doch ist. Das Wetter, der Verkehr, die Menschen, das Untereinander, es sind zwei Welten, ohne dass ich abwägen wollen würde, welche die bessere und angenehmere ist. Was beide Länder aber verbindet, ist die große Liebe für den Fußball, auch wenn sie in der Türkei noch etwas intensiver ist als hier.

Dass die Türkei ein fußballverrücktes Land ist, ist nichts Neues, doch erst während meiner Reise realisierte ich wirklich, wieviel das Spiel den Menschen dort bedeutet. Der Fußball ist in der Türkei wirklich ein ständiges Thema, Fußball ist Alltag. Selbst wenn nichts Tagesaktuelles passiert, wird er überall thematisiert. Wenn man in der Türkei als Mann erklärt, dass man sich für Fußball nicht interessiert, würde man wohl unter Naturschutz gestellt. Es gibt drei große Themen, die hier immer wieder als Gesprächsthema dienen, egal wo und zwischen wem: Die Politik, der Verkehr, und der Fußball. Und der Fußball hat dann drei große Unterthemen, die alles beherrschen: Besiktas, Fener, „Cimbom“ (umgangssprachlicher Begriff mit umstrittener Herkunft für Galatasaray).

Man kann dem Fußball in der Türkei also kaum aus dem Weg, und das erging auch mir nicht anders, was mir ganz recht war, denn ich fand und finde diese Art der Leidenschaft sehr interessant. Auch deshalb habe ich mir jeden Abend alles notiert, was ich am vergangenen Tag erlebt habe, das mit Fußball zu tun hatte. Ich habe versucht, mich beim Notieren auf den Fußball zu konzentrieren, doch ab und an sind auch generelle Eindrücke über das Land eingestreut. Hier sind die Notizen.

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