FC Elche 1 – Real Madrid 2

Am 6. Spieltag in der Primera Division trat Real Madrid bei Aufsteiger FC Elche an. Nachdem der große Rivale FC Barcelona am Dienstag bereits mit einem klaren 4:1-Erfolg über Real Sociedad vorgelegt hatte, stand Real vor der Auswärtspartie unter Druck, um nicht wie im Vorjahr bereits in der Anfangsphase der Saison im Titelrennen zurückzufallen. Es wurde schwieriger als erwartet. In der 51. Minute besorgte Cristiano Ronaldo die Führung mit einem Freistoß-Aufsetzer, bei dem Torwart Manu Herrera nicht gut aussah. In der ersten Minute der Nachspielzeit kam Elche nach schönem Angriff über den eingewechselten Boakye zum viel umjubelten Ausgleich. Danach die Szene des Abends: Real bekommt in der fünften Minute der Nachspielzeit noch einmal einen Eckball zugesprochen, und während der Ball in den Strafraum fliegt, hakt sich Pepe bei seinem Gegenspieler ein und reißt ihn geschickt mit, beide gehen zu Boden, und der Schiedsrichter zeigt völlig zu Unrecht auf den Punkt. Ronaldo verwandelt und Real gewinnt mit 2:1.

Barcelona-Innenverteidiger Gerard Pique verfasste noch während der letzten Minuten folgenden Eintrag bei Twitter: „Sehe mir gerade eine Komödie auf Canal+ an, so spät am Abend sind die immer gut!“

Hier sind die angesprochenen Szenen zu sehen.

Plan B

Das hier hat man so wohl auch noch nicht gesehen. Wenn ein spätes, am Ende bedeutungsloses Anschlusstor in der belgischen Zweitliga-Partie zwischen Mouscron-Péruwelz und Hoogstraten VV (Vereinsnamen per Copy&Paste rübergeholt) im Internet globale Beachtung findet, dann weiß man, dass etwas nicht ganz Alltägliches passiert sein muss.

Mouscron-Péruwelz – welch schöner Name, klingt wie ein französisch-polnisches Ehepaar – ist Tabellenführer und führte bis zur 82. Minute mit 2-0, als Gegner Hoogstraten VV einen Elfmeter zugesprochen bekam. Mittelfeld-Akteur Glenn Van der Linden trat, scheiterte aber am Keeper. „Machen wirs halt anders“, dachte Van der Linden dann, legte sich die Kugel in der Luft zurecht und verwandelte sehenswert per Fallrückzieher.

Aufruhr in Tarabya

Einwohner des Istanbuler Stadtteils Tarabya, die heute Morgen früh aus den Federn mussten, erlebten gestern eine schwere Nacht. Tarabya liegt am europäischen Ufer des Bosporus und ist der Wohnort von Fatih Terim, der bis vor kurzem noch Trainer von Galatasaray und der türkischen Nationalmannschaft war. Seit gestern ist Terim, der von den Gala-Fans vergöttert wird, nur noch Nationalcoach. Seit Monaten schon gab es Gerüchte über einen Zwist mit Präsident Ünal Aysal, obwohl es doch die beiden waren, die den Verein 2011 in einer schweren sportlichen Krise gemeinsam übernahmen und wieder zu altem Glanz und zwei Meistertiteln in Folge führten. Die Meinungsverschiedenheit begann wohl mit der Übernahme der Nationalmannschaft durch Terim und verschärfte sich mit seinem Zögern, einen von der Vereinsführung angebotenen Zwei-Jahres-Vertrag anzunehmen.

Gestern beendete der Verein dann die Zusammenarbeit, was in der türkischen Öffentlichkeit für großen Aufruhr sorgte. Terim selbst soll die Entscheidung, die in einer Vorstandssitzung gefällt wurde, ganz zufällig im Fernsehen mitbekommen haben, wo sie während einer laufenden Fernsehsehndung unten im Bild in Schriftform eingeblendet wurde. Gegen Abend versammelten sich dann vor seinem Anwesen in Tarabya um die tausend Anhänger des Vereins, um lautstark ihre Sympathie für den „Imperator“ und ihre Antipathie für die Entscheidung und für die dafür verantwortlich zeichnende Vereinsführung auszudrücken. Als Terim dann irgendwann vor sein Haus trat, soll er zu Tränen gerührt gewesen sein. Als er probierte, mit seinem Auto davonzufahren, kletterten Berichten zufolge einige Fans sogar auf sein Auto, was immer das auch ausdrücken sollte.

Kleine Auswahl der Schlachtrufe:

Wütend. „Wer den Trainer im Stich lässt, den lassen wir auch im Stich“

Traditionell. „Vorstand raus!“

Feinfühlig. „Weine nicht, Imperator!“

Während in der Türkei immer noch sehr kontrovers über Gründe und Verlauf der Trennung diskutiert wird, sorgt die Frage nach dem Nachfolger für Spannung. Schließlich befindet man sich mitten in der Saison, nächste Woche steht in der Champions League mit Juventus der nächste Kracher bevor. Die kursierenden Namen sind alle international und pendeln zwischen Alibi-Lösung und Träumerei: Roberto Mancini, Roberto DiMatteo, Dick Advocaat, und das sehr abenteuerliche anmutende, deutsche Trio aus Felix Magath, Joachim Löw und Jupp Heynckes, wobei Magaths Name der einzige ist, der nicht völlig unrealistisch klingt.